Paraguays Kultur und Natur

Paraguay ist bekannt als das „Land des Wassers, das zum Wasser geht“. Demzufolge finden sich in dem bei Touristen beliebten Land nicht nur die beiden großen Flüsse Río Paraná und Río Paraguay, sondern viele weitere Flüsse und Seen, die zu Erkundungstouren einladen. Allerdings überzeugt Paraguay nicht nur mit einer einzigartigen Natur, sondern auch mit zahlreichen kulturellen Stätten, Kirchen und Gebäuden, die mehr als einen Besuch wert sind.

Sehenswürdigkeiten

Zu den Geheimtipps unter den Sehenswürdigkeiten in Paraguay zählen zweifelsohne die Wasserfälle des Monday (Saltos del Monday). Sie finden sich in Presidente Franco im Departamento Alto Paraná in einem 9 Hektar umfassenden Naturschutzgebiet. Das auch als Stadtpark fungierende Naturschutzgebiet überzeugt mit einer wunderschönen Flora und Fauna, die einen für die Region typisches Flair verbreitet.

Eine ebenso bedeutende touristische Attraktion in Paraguay ist das Wasserkraftwerk Itaipú, das noch heute mit 18 Francis-Turbinen arbeitet und jährlich 95.000 Gigawattstunden liefert. Die Iguazú-Wasserfälle des Flusses Iguazú ganz in der Nähe des Wasserkraftwerks bestehen aus 20 großen und 255 kleinen Wasserfällen – ein atemberaubendes Naturschauspiel, das man sich beim Besuch Paraguays nicht entgehen lassen sollte. Wer die Iguazú-Wasserfälle bestaunen möchte, muss allerdings die Grenze nach Brasilien passieren – denn dort ist das Naturschauspiel zu finden.

Historische Gebäude wie beispielsweise die Kathedrale Basílica de la Virgen de los Milagros, die Bischofskirche des Bistums Caacupé, gibt es viele in Paraguay. Die Wallfahrtskirche wurde 1988 von Papst Johannes Paul II eingeweiht und zieht in der Woche um Mariä Empfängnis seitdem jährlich hunderttausende Christen an, die der Jungfrau Maria huldigen.

Die Ruinen der ehemaligen Jesuitenreduktion La Santísima Trinidad de Paraná im paraguayanischen Distrikt Trinidad im Departamento Itapúa bilden beispielsweise einen der vielen kulturell bedeutenden Orte in Paraguay, an denen sich der Geschichte des Landes hautnah nachspüren lässt. Auch die nahegelegene Ruine der Kathedrale von Jesús de Tavarangue ist ein wichtiges geschichtsträchtiges Zeugnis Paraguays und kann während eines Besuchs besichtigt werden.

Karnevalfans sollten unbedingt den Karneval in der Stadt Encarnación miterleben: Er wird an vier Wochenenden im Sambódromo mit tausenden Touristen gefeiert.

Tier- und Pflanzenwelt

Paraguay ist ein artenreiches Land mit einer vielseitigen Vegetation. Aufgrund der größeren Niederschlagsmenge ist die Vegetation im Osten des Landes dichter als in den anderen Gebieten. Hier ist die Landschaft aufgrund der Feuchtigkeit immer grün, während in der trockeneren Region rund um Gran Chaco zu mancher Jahreszeit weniger Grün zu sehen ist, weil die Bäume ihre Blätter abwerfen.

Der Westen Paraguays besteht größtenteils aus Savannen und Dornbüschen, weil es hier am trockensten ist.

Für Paraguay typische Bäume sind:

• der Quebracho-Baum, der sich durch besonders hartes Holz auszeichnet und aus dessen Rinde ein Heilmittel gegen Malaria hergestellt wurde

• der Florettseidenbaum, der vor allem im Chaco wächst und bis zu 23 Meter hoch werden kann; aus den Fasern der an der Rinde des Baumes wachsenden kugelförmigen Stacheln stellen die Ureinwohner Paraguays Seile her

• der Palo Santo, dessen hartes Holz vor allem zur Möbel- und Teeherstellung verwendet wird

• die paraguayanische Kokospalme, die Nüsse hervorbringt, die zur Seifenproduktion genutzt werden

Zu den in Paraguay beheimateten Tierarten zählen über 700 Vogelarten wie Papageie, Sittiche, Kolibris und Tukane. Der wohl bekannteste Vogel Paraguays ist der Nandu, ein flugunfähiger und zu den Laufvögeln zählender Vogel, dessen Rückenhöhe bis zu einem Meter betragen kann.

An Land kann man in Paraguay neben Jaguaren und Pumas unter anderem Ameisenbären, Tapire, Affen, Ozelote, Gürteltiere und Wasserschweine entdecken. Wer sich für Reptilien interessiert, findet in Paraguay Anakondas, Kaimane und weitere Schlangenarten. Unter Wasser ist vor allem das Vorkommen von Lungenfischen und Piranhas groß.

Nationalparks

In Paraguay finden sich zahlreiche Nationalparks, die unter anderem dem Schutz der Nandus dienen. Folgende Angaben zu den Nationalparks in den jeweiligen Departamentos sind auf dem Stand des Jahres 2018.

Departamento Nationalpark (Gründungsjahr)
Alto Paraguay Nationalpark Defensores del Chaco (1975)
Alto Paraguay Nationalpark Río Negro (1998)
Alto Paraná Nationalpark Ñacunday (1993)
Amambay Nationalpark Cerro Corá (1976)
Boquerón Nationalpark Teniente Agripino Enciso (1980)
Boquerón und Alto Paraguay Nationalpark Médanos del Chaco (2003)
Caazapá Nationalpark Caazapá (1976)
Caazapá und Itapúa Nationalpark San Rafael (1992)
Concepción Nationalpark Paso Bravo (1998)
Concepción Nationalpark San Luis (1991)
Paraguarí Nationalpark Ybycuí (1973)