Wirtschaft in Paraguay

Der sich seit den 70er Jahren entwickelnde industrielle Sektor macht ca. 14 Prozent, der Dienstleistungssektor sogar über 50 Prozent des BIP aus. In Paraguays Industrie werden vor allem land- und forstwirtschaftliche Güter produziert. Doch auch immer noch spielt die Agrarwirtschaft in Paraguay eine große Rolle: Heute arbeiten knapp 40 Prozent der paraguayanischen Bevölkerung in der Landwirtschaft, die insgesamt 24,9 Prozent des Bruttoinlandprodukts ausmacht.

Kennzeichnend für viele lateinamerikanischen Staaten – so auch für Paraguay – ist die auf den Großgrundbesitz bezogene Besitzstruktur: Knapp 70 Prozent aller landwirtschaftlich nutzbaren Flächen ist im Besitz von 10 Prozent der Bevölkerung.

Im gesamten Land lag die Armutsquote im Jahr 2015 bei durchschnittlich 22,2 Prozent. Allerdings gibt es Regionen, in denen sich die Armut häuft (beispielsweise im Departamento Caazapá mit einer Armutsquote von fast 50 Prozent. Andere Regionen, wie beispielsweise Presidente Hayes mit einer Armutsquote von 8,2 Prozent, liegen deutlich unter dem Durchschnitt.

Immer bedeutender für die paraguayische Wirtschaft wird der Tourismus. Im Jahr 2016 konnte das Land 1,3 Millionen Touristen verzeichnen.

Schattenwirtschaft

Die in Paraguay herrschende starke Schattenwirtschaft erschwert die Ermittlung genauer Wirtschaftsdaten erheblich. Jährlich wird in Paraguay eine große Menge an Konsumartikeln eingeführt, um dann wieder in wohlhabende Länder exportiert zu werden. Auch die große Anzahl an Straßenhändlern und Kleinstunternehmern erschweren die Ermittlung verlässlicher Daten.

Paraguay ist übrigens der größte Marihuana-Produzent in ganz Südamerika: ca. 50 000 Tonnen werden hier jährlich produziert. Allerdings liegt der Konsum im Land nur bei ca. fünf Prozent der Produktionsmenge, die verbleibenden 95 Prozent werden aus dem Land geschmuggelt.